Füllen und Leeren

Video, Installation, Interventionen im Raum   9.10. - 30. 10. 2011
  
Künstlerforum Bonn
     
Roland Bergère (Köln)          Ingo Gerken (Berlin)      Annegret Heinl (Köln)
Die Iconauten (Hamburg)      Antonia Low (Berlin)     van Breest/Smallenburg (Amsterdam) 
  
A n n e g r e t   H e i n l    a moment levitating    video  2010
   







Concept
Men always make an effort to keep in mind how the world looks like and what happens in life. Since man invented photography a huge project began to represent and conserve reality visually. Photography is one possibility to retain sites and events in images is concentrated in an appointed moment over time. This checkpoint of perception is fixed as an objective copy, but nevertheless this is a transitional state and the next moment is already different. There is no standstill really, only the image seems to reproduce a certain status.  




The tension between statics and permanent transformation is in every photo. Nicéphore Nièpce’ s photograph is developed in an exposure time about 8 hours.  In the film a moment levitating I try to imagine and to show how potential metamorphoses of an emerging photo could be performed. I am interested in transitions, in which every minimal changing produces new different pictures.  The video is focused in this area of conflict between an apparent constant and permanent modification. So everything remains in suspense, the object and the perception itself. Electronic sounds (Chao-Ming Tung) amplify the visual perception with discretion.






Annegret Heinl





Konzept
Menschen bemühen sich stetig darum, sich der Welt zu vergewissern  und festzuhalten, was im Leben passiert. Mit der Erfindung der Fotografie nahm das sehr große Projekt, Realität abzubilden und zu konservieren, seinen Anfang. Die Fotografie bietet eine Möglichkeit, Orte und Ereignisse in einem konzentrierten Moment inmitten des Laufs der Zeit einzufangen.  Dieser Fixpunkt der Wahrnehmung wird als objektives Abbild festgehalten, aber dennoch ist dies ein Zustand des Übergangs und im nächsten Moment ist schon alles anders. Es gibt eigentlich keinen Stillstand, nur die Abbildung scheint einen gewissen Stand der Dinge zu reproduzieren.
Die Spannung zwischen statischem Zustand und fortwährender Verwandlung findet sich in jedem Foto wieder. Nicéphore Nièpces Fotografie wurde in einer Belichtungszeit von ca. acht Stunden entwickelt. In dem Film a moment levitating (frei schwebender Augenblick) versuche ich mir vorzustellen und auch zu zeigen, wie eine mögliche Metamorphose eines entstehenden Fotos dargestellt werden könnte. Mein Interesse gilt den Übergängen, in denen jede geringfügige Veränderung neue unterschiedliche Bilder hervorbringt. Das Video beschäftigt sich speziell mit dieser Zone des Konflikts zwischen einer offensichtlichen Konstante und fortwährender Modifikation. Daher bleibt alles in einer Spannung: das Objekt und die Wahrnehmung selbst. Elektronische Klänge (Chao-Ming Tung) verstärken die visuelle Wahrnehmung auf diskrete Weise.

Übersetzung: Claudia Heib